Was Entscheidungen treffen mit einem glücklicherem Leben zu tun hat

von | Okt 31, 2019 | Blog | 0 Kommentare

Was Entscheidungen treffen mit einem glücklicherem Leben zu tun hat

Wenn Menschen zu mir in meine Praxis kommen oder ich sie online über Zoom oder Skype coache, dann liebe ich es, auf die Art des Denkens zu schauen, auf die Struktur, die dahinterliegt. Eine Art zu denken ist eine Art zu denken, liebe ich öfters mal zu sagen. 
„Wie machst du dir dein Problem?“ Auf diese Frage erhalte ich oft nur kritische Blicke oder Antworten wie „Ich mach mir mein Problem nicht selber. Ich hab das Problem einfach nur. Und jetzt will ich’s weg kriegen“. Und da beginnt es, dass viele Menschen ihre DNA, ihre Gene und teilweise auch ihren Opa für ihr Problem „verantwortlich“ machen, weil sie glauben, das sei einfach „in ihnen“. Welch Freiheit, welch neue Sicht auf die Dinge, wenn wir uns erst mal auch nur bewusst werden, dass wir ganz viele unserer Probleme allein durch die Art des Denkens, selbst machen.
Unser Gehirn liebt es, in Bildern und in Filmen zu denken. Ja, es stimmt, da gibt es auch noch unseren inneren Dialog, diese Stimme in unserem Kopf, und doch sind es ganz oft unsere Bilder und Filme, die in unserem Kopf, allein für uns, ablaufen, die wir ablaufen lassen, die meiste Zeit eben un-bewusst, das heißt, sie sind uns gar nicht bewusst, die eben uns in verschiedene Stimmungslagen bzw. in verschiedene Gefühle versetzen. Und es ist nicht immer nur allein der Inhalt deiner Bilder, deiner Filme, in deinem Kopf, der dir gute oder schlechte Gefühle macht, wenn du an etwas bestimmtes denkst, sondern es hängt absolut auch davon ab, in welcher „Qualität“ diese Bilder/Filme in deinem Kopf entstehen. In unserem Modell des NLP, des neurolinguistischen Programmierens, nennen wir das die Submodalitäten. Denk jetzt doch mal an deinen Lieblingssport und achte mal, was in deinem Kopf für Bilder/Filme entstehen. Ist es ein Standbild oder bewegtes Bild bzw. Film. Bunt, farbig oder schwarz-weiß. Düster oder klar, hell oder dunkel? Gefühlt ein großes Bild oder ein kleines, weit entferntes? Fühlst du dich mitten drin oder kannst du dich selbst in dieser Situation bzw. beim Sport sehen? Hörst du was? Wie sind die Geräusche/Töne? Dumpf oder klar? Schnell oder langsam? Laut oder Leise? Wenn es dein Lieblingssport ist, dann nehme ich an, sieht das Bild/der Film sehr „attraktiv“ für dich jetzt aus. Wie siehts aus, wenn du jetzt an eine Aktivität denkst, die du nicht so gerne machst. Vielleicht ist das ein Zahnarztbesuch oder das Putzen deines Autos, vielleicht bügeln oder vielleicht reicht dir der Gedanke an deine Arbeit, was ich jetzt nicht hoffe, aber das ist ein anderes Kapitel 😉 Wie sehen die Bilder, der Film, im Vergleich dazu jetzt aus? Und du wirst erkennen, es gibt Unterschiede, in der Art, in der Qualität, der Bilder bzw. der Filme. Vielleicht fühlt sich dieses Bild/Film jetzt düsterer an, vielleicht kleiner oder grösser, als vorhin das Bild vom Sport. Vielleicht „hörst“ du bestimmte Töne anders, in deinem Kopf, wenn du an das „Problem“ denkst. Vielleicht dumpfer, oder lauter oder langsamer. Und es ist unter anderem genau dieser Unterschied an Submodalitäten, die ein weniger tolles Gefühl auslösen.

Was hat das ganze mit Entscheidungen treffen zu tun, fragst du dich jetzt womöglich. Und wir kommen da jetzt hin. Wenn ich eine Entscheidung treffen darf, dann habe ich ja immer mindestens 2 Optionen zur Auswahl. Das mag morgens vor dem Kleiderschrank schon anfangen, zieh ich den blauen oder den beigen Pulli an, passt dazu besser die Jeans oder die helle Stoffhose, welche Socken von den ganzen im Sortiment soll ich anziehen? Ja, womöglich kennst auch du solche oder ähnliche Situationen in deinem Leben. Eine Art zu denken ist eine Art zu denken, hatte ich ja bereits erwähnt. Deswegen passiert es ganz oft, dass Menschen, die zu mir kommen, weil sie beispielsweise in ihrem Job Karriere gemacht haben, und jetzt mehr Verantwortung haben, und jetzt größere und wichtigere Entscheidungen treffen MÜSSEN, und die dann sagen, dass sie sich ganz schwer tun, Entscheidungen zu treffen, dass genau diese Menschen auch „Schwierigkeiten“ haben, beim Abendessen in der Pizzeria auszuwählen, welche Pizza oder welches Abendessen sie bestellen sollten. Sie fragen dann vielleicht ihren Partner oder ihre Kollegen „Was meinst du? Welche Pizza sollte ich denn essen?“ So als ob jemand anders für dich entscheiden könnte, was dir am Besten schmecken könnte. Manchmal wird mir jedoch auch geantwortet: „Nein nein, beim Pizza essen hab ich kein Problem. Da weiß ich immer ganz genau, welche Pizza ich bestelle. Weil ich bestelle immer diesselbe Pizza. Seit Jahren“ Und auch das ist keine Entscheidungen treffen. Auf Nummer Sicher gehen sozusagen.
Um jetzt diese Art zu denken zu verändern, eine neue Art zu denken sich „anzugewöhnen“, ist es daher manchmal viel einfacher, bei den „kleinen Dingen“ zu beginnen. So ist es beispielsweise eine gute Idee, wenn du das nächste Mal Pizza essen gehst, dir einen Timer zu stellen, und du stellst den Timer auf 20 Sekunden (!!!), schlägst die Speisekarte auf und du gibst dir diese 20 Sekunden Zeit, dich für eine Pizza zu entscheiden, die eine andere sein muss, als beim letzten mal. Nach 20 Sekunden, wenn der Timer klingelt, schließt du die Speisekarte und du bestellst die ausgewählte Pizza. Was passiert dann nämlich, wenn du solche neuen Verhaltensweisen immer wieder und immer wieder neu anwendest? Das Gehirn lernt eine neue Option, eine neue „Struktur“ für das Verhalten „Entscheidungen treffen“. Und es wird unter anderem lernen: „Was kann schlimmes passieren, wenn ich einfach für mich entscheide? Im allerschlimmsten Fall schmeckt die Pizza dann nicht soooooo lecker“ 🙂
Die Frage an dieser Stelle könnte natürlich auch lauten: „Wie machst du es, dass du dich schwer tust, dich zu entscheiden?“ Und ich habe dazu eine These: Entweder lässt du die Bilder/Filme, die in deinem Kopf entstehen, wenn du an die zur Auswahl stehenden Optionen denkst, ähnlich bzw. gleich ausschauen (wohlgemerkt, die Submodalitäten), das heißt, die Salami-Pizza in deinem Kopf schaut gleich groß, gleich bunt, gleich knusprig aus wie vielleicht die 4-Käse-Pizza, oder du hast zunächst ein klares, dich überzeugendes Bild/Film von deiner getroffenen Auswahl, und du machst dir dann dieses Bild/Film „kaputt“, indem du alle möglichen Zweifel entstehen lässt, was GEGEN diese Entscheidung stehen könnte. Und auch dabei werden Bilder/Filme in deinem Kopf entstehen, vielleicht siehst du dann deinen Partner, wie er oder sie die Nase rümpft, weil du grad diese Pizza bestellst usw usw usw. Es entstehen dann, NACHDEM du eine erste klare Idee hattest, Bilder/Filme in deinem Kopf, von möglichen teilweise worst-case-Szenarien, die deinen ersten Impuls kaputt machen. 
Und darum geht es mir hauptsächlich: Lerne wieder mehr und mehr auf deinen ERSTEN IMPULS zu hören, zu fühlen, zu schauen! Deine Intuition hat immer Recht! Deine Intuition, dein Bauchgefühl, will dich nicht „in die Pfanne hauen“! Lerne wieder mehr und mehr auf deine Impulse zu achten und du wirst merken und spüren, wie viel leichter und glücklicher dein Leben werden wird.
Denn immer wenn wir Entscheidungen NICHT treffen, wir über längere Zeit dann gedanklich über all die Möglichkeiten nachdenken, „tragen“ wir die Entscheidung ständig mit uns rum, und in unserem Kopf entsteht das was die Psychologie Ambivalenz nennt. Und auf längere Frist gesehen nimmt uns das sehr viel Energie und Kraft und führt schließlich dazu, dass sich Leben einfach auch anstrengend anfühlt. 
Entscheide dich für mehr Leichtigkeit! Entscheide dich für deine Intuition!