Es ist mittlerweile schon einige Jahre her und trotzdem kann ich mich noch so gut zurück erinnern. Der 18. Geburtstag nahte und mein nächstes (oder vielleicht sogar erst mein erstes) großes Ziel war in Sichtweite: den Führerschein besitzen! Selbst und unabhängig sich mit dem Auto bewegen können! Ahhhhhh …. wie sehr hatte ich es mir herbeigesehnt. Und es war klar für mich: Ich will den Führerschein machen! So schnell wie möglich! Ein großes und gleichzeitig klar definiertes Ziel! Und doch … die ersten Auto-Fahr-Lern- bzw. Lehr-Stunden 🙂 … waren nicht ganz so entspannt und witzig wie ich mir das mit dem Führerschein vorgestellt hatte.

Ich kann mich erinnern, die ersten Versuche, selbst hinter dem Lenkrad, im Wagen meiner Eltern; Mein Papa aufm Beifahrersitz. Meine Gedanken: „Ok, also links ist die Kupplung, in der Mitte die Bremse, rechts das Gaspedal. Dann gibts noch die Blinker, den Rückspiegel, Seitenspiegel, Handbremse … und wie war das nochmals mit den Gängen? Ah ja, erster Gang ist nach links und nach vorne, zweiter Gang gleiche Seite zurück … Also los, Motor an! Wie geht das nochmals? Ok, Kupplung drücken, Autoschlüssel drehen und Kupplung gedrückt lassen! Super! Das haben wir schon mal! Jetzt losfahren: Konzentration! Erster Gang rein, wie hat mein Papa gesagt? Kupplung laaaaangsam loslassen, gleichzeitig langsam Gaspedal drücken, gleichzeitig die Strasse im Auge behalten, gleichzeitig das Lenkrad halten, gleichzeitig ab und zu vielleicht in den Rück- oder Seitenspiegel schauen, gleichzeitig gefasst sein, für den Fall, sofort das Bremspedal zu drücken! Oh manno!!! Ist das kompliziert und anstrengend und schwierig und all die Dinge bewusst mir im Kopf zu behalten und vor allem deren Ablauf bewusst dann zu steuern!

Es war nicht wirklich witzig! Mein oberstes Gebot war dann immer: Autoradio aus, bitte nicht zu viel quatschen im Auto, ich muss mich konzentrieren! Naja, ich habe mich getröstet damit, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und ich gestehe, meine erste Autofahrt war nicht wirklich so, wie ich es mir vorgestellt hatte! Recht viel besser waren auch die nächsten folgenden Probefahrten und ich glaube mein Papa aufm Beifahrersitz war auch ab und zu bisschen angespannt! 🙂

Ich hatte aber dieses eindeutige und für mich so wichtige und große Ziele im Kopf! Und es war klar: Der Führerschein! Den mach ich! Ich schaff das! Und das Ziel ständig sozusagen im Auge behaltend musste ich mich eben ein paarmal durch diese anstrengenden und nicht ganz flüssigen Auto-Probefahrten „durchkämpfen“! Mein Motto war: „Zieh es durch! Du weißt, was Dich danach erwartet!“ 

Und so blieb ich wie wohl auch viele andere Autofahrer eben dran! Hab die Abläufe, die es für eine flüssige Autofahrt eben braucht, wiederholt wiederholt wiederholt wiederholt. Und irgendwann, ich kann mich ehrlich gesagt jetzt nicht mehr genau erinnern, vielleicht war es nach zehn Autofahrten oder vielleicht erst nach 15, hab ich gemerkt, dass alles leichter und leichter funktionierte. Und plötzlich …. „Ich kann’s! Jetzt hab ich’s drauf!“ Plötzlich konnte ich Autofahren! Und plötzlich war es so leicht und nicht mehr anstrengend! Und mittlerweile oder besser gesagt schon seit einiger Zeit muss ich, wenn ich in eines unserer Auto’s steige, egal ob Automatikgetriebe oder Schaltgetriebe, keine Millisekunde mehr bewusst nachdenken, wie ich jetzt genau tun muss, um meinen Wagen in Bewegung zu bringen. Wenn ich fahre, muss ich keine Millisekunde mehr bewusst nachdenken, was ich genau tun muss, um vom dritten in den vierten Gang hochzuschalten. Es bin zwar ich, der dann Auto fährt, der auch vor einer Kreuzung Gänge runterschaltet, Kupplung und Bremspedal in der richtigen Reihenfolge drückt, jedoch läuft mittlerweile das Autofahren absolut unbewusst ab. 

Das Autofahren ist mit der Zeit zu einem wie ich es nenne „Programm im Unterbewusstsein“ geworden. Ein Programm, das gefühlt „automatisch„, eben unbewusst, quasi ohne meine Kontrolle, abläuft. Und das ist auch gut so! Stell Dir vor, das Autofahren wäre jedesmal so ein „Theater“ wie beim ersten mal hinterm Steuer sitzen! Das wäre nicht wirklich witzig!

Und diese Programmierung, diese Programme und Muster, die unser Unterbewusstsein für uns übernimmt, die helfen uns so extrem, unseren Alltag leichter und einfacher zu gestalten, weil unsere Programmierung eben viele Dinge unbewusst quasi „für uns“ erledigt und übernimmt.

Wie haben wir das „Programm Autofahren“ in unser Unterbewusstsein gespeichert bzw. programmiert: indem wir es einfach ganz oft wiederholt haben! Wiederholung Wiederholung Wiederholung! 

Und indem wir einfach Dinge oder Verhaltensweisen, die wir haben wollen würden, ganz oft wiederholen, am Anfang auch noch ganz gezielt, sprich ganz bewusst, schaffen wir es, eine neue Programmierungen in unser Unterbewusstsein zu speichern!

Wenn auch Du den Führerschein besitzt und öfters mit dem Auto fährst, wird Dir aber klar sein, dass Du tendenziell die meiste Zeit Deiner Autofahrt Deine Aufmerksamkeit NACH VORNE richtest, sprich, auch Du wirst beim Autofahren mehr nach vorne auf die Strasse schauen, als in den Rückspiegel! Und das ist auch gut so, denn, die meiste Zeit des Autofahrens wollen wir uns ja VORWÄRTS bewegen! Irgendwo NEUES hinkommen, den alten Standort verlassen.

Wie geht es dir im alltäglichen Leben? Hast Du in Deinem Alltag auch Deinen Blick mehr nach VORNE gerichtet, was eine gute Idee ist? Oder gehörst Du (noch) zu den Menschen, die unter dem „Rückspiegel-Syndrom“ leiden?

Wenn Du morgens aufwachst und in den Tag startest, gehen dann Deine Gedanken mehr in die Zukunft, denkst Du mehr Gedanken die in etwas so lauten könnten: „Was wird wohl heute Tolles und Aufregendes in meinem Tag passieren? Wie kann ich am einfachsten diese Woche mein Projekt abschließen? Womit könnte ich am kommenden Wochenende meine Frau überraschen? Bald ist Weihnachten, ich freue mich so auf diese ruhige Zeit mit meiner Familie!“ Oder bist Du bis gestern noch manchmal mit Gedanken in den Tag gestartet, die ungefähr so ausgeschaut hatten: „Hoffentlich wird heute der Arbeitstag nicht wieder so schlimm wie gestern! Vorgestern das Fitness-Training war so anstrengend! Das wird wohl heute auch so sein dann! Soll ich vielleicht besser zu Hause bleiben? Jetzt kommt bald Weihnachten! Und letztes Jahr hab ich mich schon so schwer getan, die passenden Geschenke zu besorgen! Das wird bestimmt diesmal auch wieder so schwierig!

Merkst Du was?

Und genau hier kannst Du bewusst entscheiden, einfach jeden Tag mehr, Dir positive Gedanken ÜBER DEINE ZUKUNFT zu machen! Das mag vielleicht anfangs nicht ganz einfach erscheinen, weil … ja genau … weil es da dieses Programm in Deinem Unterbewusstsein gibt, bis heute noch. Und wie kam das wohl da hin? Wahrscheinlich ähnlich wie das Autofahren! Du hast es Dir antrainiert!

Die gute Nachricht: Du kannst, jederzeit, Dich ENTSCHEIDEN, Dir ein neues Programm anzutrainieren und somit eine neue Programmierung in Deinem Unterbewusstsein zu gestalten!

Mach ein Ritual daraus, leg Dir zum Beispiel ein Notizbuch neben Dein Bett, und beginne die nächsten 30 Tage einfach BEWUSST damit, dass Du Dir nachdem Du aufwachst, einige Notizen in Dein Notizbuch schreibst, was Du heute oder in dieser Woche erreichen magst oder was Deinen Tag Besonders machen könnte!

So kannst Du Dein Rückspiegel-Syndrom umprogrammieren, dass Du zum besten Autofahrer Deines Lebens wirst und das Steuer Deines Lebens in Deine Hand nimmst! 

Viel Spaß damit 🙂 Denn Du machst Dein Leben 😉